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Schutzplatz Ferrum 2012-2014

Intro

( … ) Maks Dannecker scannt die Archive der Wirklichkeit wie Tresore voller Gold, die räumlichen Konfigurationen unserer Alltagswelt mit Bedacht. Sie arbeitet großartig die gestalterische und formale Befindlichkeit aus und schafft mit ihren Eingriffen und Verwandlungen eine virtuelle Raumwelt konkreter Kunst. So werden mit Farben und Formen, wie in digitalen Medien an der Tagesordnung, mit den Analysetools der technischen Welt, neue Objektwelten ermöglicht. Die Arbeiten sind ohne Durcheinander und ohne Eile, sie sind messerscharf gesetzt und daselbst einwiegend. Sie ziehen eine klare Bahn, wie Satelliten – Leibwächter und Begleiter. Beschreibung, Deutung und Interpretation. Unschärferelationen werden wie Codes gesetzt, Reiseführer für eine lange Weile. ( … )

Uwe J. Reinhardt

 

Publikation

Erschienen im Artbook Verlag, Salzburg:

Maks Dannecker:

Schutzplatz | Ferrum 2012–2014

Broschüre, Format 148/210 mm
36 Seiten, ca. 23 farbige Abbildungen

2. Auflage 2015

ISBN 978-3-9503492-8-3

Die Broschüre dokumentiert eine Installation, womit Maks Dannecker anhand von Nachbildern eines besonderen Architekturtyps, Scribbles und konkreten bild- und objekthaften Abstraktionen den Begriff Schutzplatz erörtert.
Die Installation wurde in Oktober 2014 im Atelier Prigge, Salzburg, gezeigt.

 

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Artist Portrait

Uwe J. Reinhardt: Maks Dannecker. New York City, 22. August 2014

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Abstraktionsverfahren haben erstaunlicherweise eine poetische Qualität, die Bildräume zu starken Wahrnehmungskonstrukten führen kann. In diesem Sinne findet Maks Dannecker mit ihren fotografischen Arbeiten und Skulpturen eine sehr eigenständige Form von Nachbildern und Störungen. Tonwerte und Farbwerte sind analytische Kriterien für das verfertigen der Werke. Mittels technischer Hilfswerkzeuge gelingt es der Künstlerin eine bearbeitende Erforschung vorgefundener, abgebildeter Bilder, die durch einen Veränderungsprozess zum eigentlich neuen Bild verwandelt werden. Es ist allerdings kein Zauber, sondern eben das konsequente Nutzen digitaler Bildverarbeitungswerkzeuge. Referenzen werden gesetzt, Ausschnitte geschnitten, Gliederungen herangezogen, oft unabhängig vom Bildmotiv findet eine strenge Analyse statt, die neue Anordnungen und Bezüge setzt. Markierungspunkte oder technische Kommentare oder Zeichen werden integriert und sind Anlass für ästhetische Findungen. Die Farbigkeit wird gescannt und im Labor der Veränderung streng und ohne Kompromisse verarbeitet. Der Bildraum wird getroffen, gesetzt und aufgelichtet: „Auflichtung des wieder erkennbaren Bildraumes“. ( … )

Methods of abstraction astonishingly have a poetic quality that can lead visual spaces to form strong perceptual constructs. With this in mind, Maks Dannecker finds a highly autonomous form of after-images and disturbances with her photographic works and sculptures. Tonal ranges and colour values are analytic criteria for the making of the works. With the help of technical auxiliary tools the artist accomplishes an editing exploration of found, portrayed images which, by means of a change process, are transformed into what is in fact a new image. However, this is no magic, but precisely the consistent use of digital image processing tools. References are set, image details are cut, structures are called out; often independently of the image motif a strict analysis is performed, which sets new arrangements and relations. Marking points, technical comments or symbols are integrated and give rise to aesthetic findings. Colour is scanned and is strictly and uncompromisingly processed in the laboratory of change. The visual space is captured, set and brightened: “Brightening of the recognizable visual space.” ( … )

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↑ IMAGE 2: MAMAD Scribble 1 Seite 25