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About

Photography | Design and visual art.

Extension: Space installations. Scribbles. Slide shows. Mail Art. Architectural objects and their photographic reproduction. After images.
Main focus: Society, memetics, hyphenated identities. Precious metal markets, security technology. Faith and mythology with reference to the present.

Current projects: Schutzplatz Ferrum | Schutzplatz Palladium | Swabian Alb | Diplomat

Commissioned works: md@maksdannecker.de
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2015 – 1976

After images and space installations
Photography, space installation, video art, mixed media
Free artistic collaborations (temp.)
Membership: Alliance of German Designers – AGD
Free co-operations
The work for national publishing companies becomes international.
Designer: Specialized in photographing precious metals and plastics | DanneckerPhotography.de
Free assistance / advertising photographer
Photographer (chamber of crafts): People + reportage photography
* Born in 1976

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Artist Portrait | German + English

Prof. Uwe J. Reinhardt. New York City, 22. August 2014

Maks Dannecker

Abstraktionsverfahren haben erstaunlicherweise eine poetische Qualität, die Bildräume zu starken Wahrnehmungskonstrukten führen kann. In diesem Sinne findet Maks Dannecker mit ihren fotografischen Arbeiten und Skulpturen eine sehr eigenständige Form von Nachbildern und Störungen. Tonwerte und Farbwerte sind analytische Kriterien für das verfertigen der Werke. Mittels technischer Hilfswerkzeuge gelingt es der Künstlerin eine bearbeitende Erforschung vorgefundener, abgebildeter Bilder, die durch einen Veränderungsprozess zum eigentlich neuen Bild verwandelt werden. Es ist allerdings kein Zauber, sondern eben das konsequente Nutzen digitaler Bildverarbeitungswerkzeuge. Referenzen werden gesetzt, Ausschnitte geschnitten, Gliederungen herangezogen, oft unabhängig vom Bildmotiv findet eine strenge Analyse statt, die neue Anordnungen und Bezüge setzt. Markierungspunkte oder technische Kommentare oder Zeichen werden integriert und sind Anlass für ästhetische Findungen. Die Farbigkeit wird gescannt und im Labor der Veränderung streng und ohne Kompromisse verarbeitet. Der Bildraum wird getroffen, gesetzt und aufgelichtet: „Auflichtung des wieder erkennbaren Bildraumes“. Zwischenschritte sind dabei für den Prozess wichtig, in gewisser Weise mag dies an die ausdrucksstarke Kraft der Ikonostase erinnern. Transformationsprozesse, technische Vorgänge, aber künstlerische Entscheidungen. Fremdkörper werden eingeschleust und als fast zeichnerische Störung zu einem Bild reduziert oder besser: dekonstruiert. Einschlüsse, wie in Bernstein, sind ohne Drama beteiligt, Fremdkörper, Partikel als Geschichte aus dem Alltag einer Alchimie ohne Mythos. [...]

 

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Artist Portrait | German

Dr. Günter Baumann. Böblingen, März 2016

Bilder-Pool – Zu den Arbeiten von Maks Dannecker

[...] Maks Dannecker nennt eine ihrer aktuellen Werkserien geheimnisvoll »Contemporary Alchemy – Bullish«. Schon Goethe wusste, was die Welt regiert, und grad in seinem »Faust« stellt er nicht nur die (Gretchen-)Frage nach der Religion, sondern vielfach auch die Frage nach dem Geld und nach dem Gold. Zwar scheint das im »Faust« eingewobene Alchemisten-Thema dem Werk einen rückwärtsgewandt esoterischen Touch zu geben, doch genau das Gegenteil ist der Fall, berücksichtigt man die »neue« Alchemie, die dieses Hauptwerk der deutschen Literatur durchgeistert. »Nach Golde drängt, / Am Golde hängt / Doch alles«, lässt Goethe sein Gretchen sagen. Was häufig bei der Lektüre Goethes übersehen wird, ist dessen Kritik am kapitalistischen System, das damals keineswegs als solches schon erkennbar war, ja erst später von Karl Marx ins Visier genommen wurde. Goethe hat nachweislich dieselbe Literatur gelesen, die auch der Sozialrevolutionär als Grundlage seines Denkens konsumierte. Das ist nur ein Reflex, aber die zeitgenössische Alchemie, die Gier nach pekuniären Werten, die leider mehr und mehr die ethischen Werte verdrängen, lässt sich ja tatsächlich an den allgegenwärtigen Börsenkursen ablesen, die zwar nur für einen minimalen Prozentsatz der Bevölkerung wirklich relevant sind, aber in den Tageszeitungen mehr Raum einnehmen als der Kulturteil. »Bullish« ist ein Wort aus dem Börsenslang und meint die Aufwärtshoffnung für den Börsenkurs: Bulle und Bär stehen nicht zum tierischen Vergnügen vor den Börsen herum – sondern als Symbol, in diesem Fall die nach oben geführten Hörner des Bullen für den Kursanstieg.

Die in den 1970er Jahren geborene Maks Dannecker präsentiert in einer kurzen Video-Sequenz eine Geldzählmaschine, auf der verschiedene Euro-Scheine gebündelt werden. Dieser lautstarke, ja fast aggressiv fokussierte Prozedur, die in Fachkreisen leicht als quasi-ritueller Vorgang verklärt werden kann, beschwört in dramatischer Ausschnitthaftigkeit einerseits und in sehr ästhetischen Bildern andrerseits, was spätestens im Zuge der industriellen Revolution zum Motor der Wirtschaft wurde – wenn wir es in einen kulturhistorischen Kontext stellen, geht es um Mehrung des Geldes, von Werten, was im Börsenhandel reichlich fiktiv vonstatten geht, vergleichbar dem Bemühen einstiger Alchemisten, die glaubten, Gold im Keller herstellen zu können. Die Imaginationsfähigkeit der Geldbranche steht jener der Kunst kaum nach.

In diesem Bild- und Geldkontext häufen sich Pool-Bilder, die Maks Dannecker als »quasi unkonventionelle Optionen, Tresore zur Lagerung von Edelmetallen« beschreibt, mit einem Augenzwinkern: Was an dieser Aussage real, was fiktiv ist, verrät sie nicht. Die edlen Metalle sind zuweilen in den Bildecken als Störelemente der Wahrnehmung zu sehen. Extreme Schärfen und gewollte Unschärfen verschleiern dieses Motiv, das meist angeschnitten, menschenleer und daher fast gespenstisch ruhig ist – es kommt vor, dass ein kaum auffallender Fußball im Wasser treibt: Es gibt also Spuren. Für was, bleibt unklar. Maks Dannecker bekennt sich ausdrücklich zu realen, aber unnahbaren Situationen, die Geschichten evozieren, welche sich dann im Kopf des Betrachters abspielen. Maks Dannecker hat als ausgebildete Fotografin professionellen Einblick in die Welt des Goldes – sie fotografiert Münzen, Schmuck, das heißt, sie inszeniert den Wert, nach dem angeblich alles strebt. »Latentgold« heißt eine Arbeit, die eine Sprengung zeigt, deren aufwirbelnder Staub wolkengleich im Raum steht; ein künstlicher Himmel erfüllt das obere Bilddrittel – und wo ist das Gold, das der Titel verspricht? – Schall und Rauch, die Künstlerin schweigt. »Die Häuser der zeitgenössischen Alchemisten« nennt sie, die auktoriale Bestimmerin des Geschehens, eine Reihe von Bildern, die Schwarz-Weiß-Architektur zeigt, geheimnisvoll, undurchschaubar, aber unverkennbar präsent. Faszinierend ist diese Grauzone, die sich in den Fotos der Pool-Serie verlockend himmelblau gibt. Die Szenerien sind real und zugleich verfremdet, die Pools sehen aus wie Modellbauten. Oder sind es gar Modelle, die zur Fiktion einer realen Welt werden? »Kunst machen«, so Dannecker, »bedeutet für mich, eine fiktive Welt zu schaffen«. Da ist es unerheblich, ob sie von einer realen zu einer Kunstwelt findet, oder ob sie aus der Fiktion heraus eine reale Situation erzeugt, die eben auf einem erfundenen Fundament steht. Der Geld- bzw. Börsenmarkt steht ja auch keineswegs auf sicheren Beinen. Die positive Ausstrahlung der Pool-Welt macht deutlich, dass es der Fotografin jedoch nicht um eine politische Haltung geht, sondern um die Ästhetik des fragwürdigen Wertes und deren Schöpfung an sich. Maks Dannecker präsentiert ihr Werk am Rande der Abstraktion und erschafft mit bestechend klaren Motiven konzeptionell eine über-reale Fiktion.

 

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Intro | German

Prof. Uwe J. Reinhardt: Notenstempel. Stuttgart, 2016

Auf Geldscheinen findet man manchmal kleine, oft aquarellartig verlaufene, Markierungen, Zeichen oder Buchstaben. Manchmal erkennt man Typen, Initialen oder symbolische Formen, oft Kreise und manchmal auch ohne verständliche Gestalt. Meist sind nur Reste von Wörtern oder verwischte Spuren geblieben, es gibt aber auch vollständige ganze Imprints. Die Mutmaßungen sind verschwörerisch zahlreich, ein schrilles Thema ohne genaue Belege. Händler von Münzen und Noten sehen diese Scheine auf Messen, wo meist hohe Geldbeträge als Bargeld unterwegs sind. Aber die Erklärung ist recht einfach: beim Zählen von Scheinen und der Kontrolle auf Echtheit stempeln manche Profis in Wechselstuben oder Banken Prüfzeichen auf das halbwegs fälschungssichere Papier. Die Stempel scheinen auch den Besitz zu markieren, falls etwas geklaut wird. Oft betrifft es die 500er-Scheine, die jetzt langsam vom Geldmarkt genommen werden und verschwinden werden. Manchmal wird direkt auf den Schein gestempelt, auch auf die Banderole, mit denen ganze Bündel zusammengebunden sind; dann gerät manchmal ein Rest auf den Geldschein und bleibt dort. Sammler finden dies spannend, Verschwörungsdenker sehen geheime Botschaften, die es aber nicht gibt. Ganze Stempel findet man an der gleichen Stelle, die Position meist rechts, dort wo kein Hologramm ist und der Zahlenwert fett ist. Zwei verschiedene Stempel auf einem Schein dagegen sind extrem rar. Vermutlich werden die Noten überwiegend jeweils einzeln betrachtet und gestempelt und markiert.

Maks Dannecker findet und fotografiert prüfend solche besonderen Banknoten. Obschon Goldstücke offenbar größere mythische Faszination zu haben scheinen, entwickeln auch solche Spuren eine Wertigkeit, gerade auch in der Benutzung. Schärfe und Unschärfe, Reste von Farbe und abgebrochene Details. Durch Fokus und vergrößernde Ausschnitte entstehen künstlerische Arbeiten. Auch hier Kontrolle und Auszählen, neu entstehende Räume und Farbbilder, digitale Aquarelle. Die künstlerischen Lesbarmachungen spiegeln Kontrollmechanismen und neokapitalistische Prozesse. Abzählen und Abbilden, Notationen und verwobene Formen. Als Matrix ergibt sich so jeweils eine Hervorhebung: ein Atlas der Geldnoten. Gestempelte Scheine, künstlerisch untersucht und fotografisch als Bilder übersetzt, wie ein Nachhall der Finanzbewegungen, ironischerweise durch mechanische Handstempel und das immergleiche Zusammenzählen symbolisiert.
Die Arbeiten von Maks Dannecker gleichen einer Echtheitsprüfung der nur scheinbar kryptischen Bearbeitungen. Die Fotokünstlerin scannt die Archive der Wirklichkeit wie Tresore voller Papiergold, die räumlichen Konfigurationen unserer Alltagswelt mit Bedacht. Die Eingriffe in die fotografischen Abbilder der Banknoten schaffen neue virtuelle Raumwelten konkreter Kunst.

 

Intro | German

Dr. Annette Schmidt & Gerhard van der Grinten: Gespräch mit Maks Dannecker. Stuttgart, 2014

Maks Dannecker stellt sich der Auflichtung des wiedererkennbaren Bildraumes. Ein Unterfangen, das nach wie vor erstaunlich schwierig ist. Suchen doch das Auge und der Instinkt immer etwas, das sie kennen, das sie erklären und einordnen können, noch in unfassbarsten Schemen, noch im allergraphischsten Clair-Obscure. Hier aber nun wird eben dieses sichere Wohlgefühl entzogen. Nach wie vor sind Räume zwar erkennbar. Durch Reduktion, Konzentration, durch das Vexierspiel der Montage entrücken sie jedoch zunehmend der Realität, auch wenn man allzu gerne bereit ist, sie dafür halten zu wollen. Sind sie Konstrukt, sind sie Gedankenpalast? Charade? Nun, eines ist gewiss, sie lassen einen so schnell nicht los, untergründig, dafür aber umso nachhaltiger: was immer auch ihre Anspielung uns bedeutete…

Auszug aus dem Einladungstext “Still in silent ways – Plots and slides”, Kreismedienzentrum Göppingen

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Artist Portrait | English + German

Ulrike Guggenberger: Conversation with Maks Dannecker. Salzburg, 2012

“The nature of man is art”
(Johann Gottfried Herder)

Maks’ artistic creativity evolved processually, unhurriedly.
By training she is a photographer. Over the years she honed her craft until she could master every situation. To this day, one source of her commissions is the precious metal sector: the promotional presentation of gold and silver coins, as well as products such as gold bars, money stamps, money counting machines and lock boxes, for example, is her daily bread.

As her basic knowledge grew, an interest in the background to her work, as well, set in as if by itself. From shots of objects, she progresses to architectural shots of the big companies and precious metal dealers, writes Internet publications, specialist blogs about valuable metals and precious metal products, and pushes forward to the story of her subject matter: gold. A value that, to this day, has not lost its glister.
Gold and money, tied closely to human activity since time immemorial, peak in the desire to be able to produce money oneself. Tales of unsuccessful alchemists haunt the entire Medieval age. Still, today, gold bars are buried in secret places for fear of their being lost. Still, the search is on to enhance money’s value through gold. For some, an unknown world – Maks is able to document it and speaks, in the process, of contemporary alchemists. [...]

 

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Intro | German

Dr. Ute Schönfeld-Dörrfuß (Kunsthistorikerin). Reutlingen, 2015.

Die Klaviatur der digitalen Fototechnik beherrscht Maks Dannecker perfekt. Mit den daraus resultierenden Möglichkeiten der Abstraktionsverfahren schafft sie neue Räume, teils irritierende, teils scheinbar vertraute Realitäten. Ihr künstlerisches Schaffen bedeutet für die Fotokünstlerin eine neue, fiktive Welt zu kreieren, die keine belehrenden Utopien vorgibt, sondern die Suche nach der Wahrnehmung erweitern will. Um dies zu erreichen, collagiert sie verschiedene reale Ebenen aus ihrem persönlichen Umfeld und schafft damit Traumhaftes und Mystisches, neue Metaebenen entstehen. So beansprucht auch das Irreale den gleichen selbstverständlichen Realitätscharakter wie die alltägliche Wirklichkeit, die selbst oft absurd erscheint. Die Vereinigung nicht zusammengehöriger Dinge auf einer Collage bedeutet eine Enttextualisierung und zielt auf die Erweiterung des Bewusstseins und der Realität ab.

Die Arbeit Maks Danneckers beruht auf der abstrahierenden fotographischen Darstellung der Vorstellungswelt, wobei die Dinge aus ihrem natürlichen raum-zeitlichen Zusammenhang herausgerissen und zu immer neuen erzählerischen Bildern zusammengesetzt werden. Ihre Fotocollagen geben die Verbindung zwischen Vorgestelltem und sinnlich Wahrgenommenem wider, indem sie in ihre künstlerische Ausdrucksweise Fragmente aus ihrem beruflichen und privaten Alltag integriert. Ihr Interesse gilt dem Hintergründigen. So inspiriert sie die eigene Auftragsfotographie zu weiterer Recherche im persönlichen und historischen Umfeld, um darauf mit ihren Ausdrucksmitteln wie Einschleusen von Fremdkörpern, Hervorheben, Verfremden und der konsequenten Anwendung digitaler Bildverarbeitungswerkzeuge zu reagieren.

In der Ausstellung im Atelier Eiting setzt sich Maks Dannecker mit der Landschaftsmalerei Ernst Eitings auseinander. Die Begegnung mit der abstrahierenden Landschaftsauffassung Eitings löste in Dannecker den Wunsch aus, darauf mit digital verwandelten neuen Bildern zu antworten. Malerei contra Digitalfotographie. In ihrem Abstraktionsverfahren nutzt die Fotokünstlerin die moderne Technik und bestimmt die Position von Farbwerten der Malerei, um darauf fototechnisch zu antworten. Ihre Werke nehmen Bezug auf den Raum und sind auf die Galerie Eiting abgestimmt.

Aus dem umfangreichen Werk von Ernst Eiting steht diesmal eine Werkgruppe im Mittelpunkt, die sich durch eine besonders pastose Malweise auszeichnet. Schwäbische Landschaften gemalt mit kräftigen, ausdrucksstarken und breiten Pinselstichen, im Wandel der Jahreszeiten, variieren zwischen gegenständlicher und abstrahierender Erscheinungsweise und unterstreichen die malerische Virtuosität des Pfullinger Malers Ernst Eiting.

Auszug aus dem Einladungstext “Swabian Landscapes – Swabian Spaces”, Galerie Eiting, Reutlingen/Pfullingen

 

Intro | German

Benjamin Dodenhoff. Aachen, 2015.

[...] Auch die Arbeiten von Maks Dannecker gehen von der harten Realität aus, um dann Schritt für Schritt die ästhetischen Qualitäten ihrer Quellen zu offenbaren. Die Leinwandarbeit auf der linken Seite setzt sich aus zwei Fotografien zusammen. Die eine zeigt eine Gruppe von Gebäuden unter bleigrauem Himmel. Sie scheinen sich in eine schwarze Zone, eine verwunschene Vegetation hinein zu ducken. Im farbigen Kontrast dazu schiebt sich vom unteren Rand her eine vielfach spiegelnde Fläche nuancierter Blautöne in das Bild, die wie ein eisiger See vor der dunklen Zone zum Liegen kommt. Die Montage ist digital bearbeitet, Bewegungsunschärfen ziehen Schlieren über die Leinwand, die man für Pinselspuren halten könnte. Das Auge nimmt die starke horizontale Organisation der Bildfläche als Angebot wahr, sie als Komposition malerischer Farbfelder zu lesen. Bald wirken die Gebäude wie Störer oder Anker, die das Dargestellte an die Realität binden und davon abhalten, vollends in die Höhen der Abstraktion aufzusteigen.

Auf den rechten Bildtafeln gibt es keine Anker mehr. Sie zeigen pure Farbe. Dannecker ließ sich von einer App Vorschläge für besonders prägnante Farbwerte innerhalb der Fotoarbeit machen, von denen sie zwei auswählte. Die fest mit Plexiglas verschmolzenen Abzüge sind rein visuelle Ereignisse, auf denen der Blick wie über Eisflächen gleitet. Welche Bedeutung hat es, dass es sich immer noch um Fotografien handelt? Es sind Detailaufnahmen der linken Bildtafel, doch haben sie sich nicht längst vom fotografischen Motiv losgelöst um in ein ästhetisches Objekt mit eigenem Wirklichkeitsanspruch überzugehen? Auch sie vollziehen einen Akt der Befreiung. So wie sich bei Monika-Radhoff-Troll die Kunststoffstreifen von den Gebrauchsartikeln gelöst haben, emanzipieren sich bei Maks Dannecker die Farbwerte vom Naturvorbild. [...]

Auszug aus der Eröffnungsrede”HETERONOMOUS, Maks Dannecker & Monika Radhoff-Troll”, aha.KUNSTLABOR-Atelierhaus Aachen, Haus 1, Aachen



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